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19. Februar 2020

So finden Sie die relevantesten Amazon Keywords

Eine ausführliche Amazon Keyword Recherche ist die Grundvoraussetzung für eine gute Indexierung und hohe Verkaufszahlen - sowohl für die organischen als auch die werblichen Umsätze. Wenn der Suchbegriff des Kunden und Ihr hinterlegtes Keyword nicht übereinstimmen, erscheint Ihr Produkt nicht in den Suchergebnissen. Egal, ob das Produkt mit hohen Geboten beworben wird oder nicht; Amazon fehlt es an dieser Stelle an Relevanz.

In diesem Artikel geben wir Ihnen eine Guideline in Form von sieben aufeinanderfolgenden Tipps an die Hand, wie Sie bei der Recherche nach den relevantesten Amazon Keywords für Ihre Listings vorgehen sollten.

Amazon Keyword Recherche Guideline

Jeder Händler weiß von der Wichtigkeit (oder sollte es wissen), trotzdem erleben wir es häufig, dass Keywords nicht gründlich genug recherchiert werden und dadurch Verkaufspotenzial nicht genutzt wird. Am häufigsten passiert das schlichtweg aufgrund des Zeitaufwandes einer ordentlichen Recherche. Wenn sich gewisse Routinen eingestellt haben, ist eine Keyword Recherche jedoch gar nicht so zeitintensiv wie gedacht. Gefundene Keywords für das Listing stellen zudem bereits das erste Keywordset für Werbeanzeigen bereit. Um Ihnen Hilfestellung bei dem Aufbau dieser Routinen zu geben, haben wir die folgenden Tipps für eine sorgfältige Amazon Keyword Recherche entwickelt. Diese wird Ihnen auch helfen, wenn Sie bestehende Keyword-Listen optimieren möchten.  

Tipp 1 - Finden Sie die richtige Balance

Der Aufwand der für eine Keyword Recherche betrieben werden sollte hängt von Ihrem Produktportfolio ab. Grundsätzlich gilt: Investieren Sie lieber etwas mehr Zeit in die Recherche von Amazon Keywords als etwas weniger. Wenn Sie allerdings sehr viele Produkte aus unterschiedlichen Themengebieten verkaufen, können Sie nicht jedem Produkt die gleiche Aufmerksamkeit bei der Keyword Recherche geben. Konzentrieren Sie sich daher eher auf Ihre Bestseller und die Produkte mit einer hohen Marge. Das heißt nicht, dass Sie die anderen Produkte komplett vernachlässigen sollten. Nur, dass Sie bei Zeitmangel die Recherche für diese nicht bis ins kleinste Detail durchführen müssen. Um die verkaufsstärksten Produkte zu identifizieren, eignet es sich eine ABC-Analyse zu erstellen und sich bei der folgenden Recherche auf die A-Produkte zu fokussieren.    

Tipp 2 - Haben Sie das Ziel im Blick

Welche Produkte Sie bei einem großen Portfolio wie stark priorisieren ist auch von Ihren Zielen abhängig. Je nachdem, ob Sie mit einigen Produkten bekannter werden möchten oder eher so profitabel wie möglich verkaufen wollen, werden Sie unterschiedlich tief in die Keyword Recherche einsteigen. Wenn Sie ein Produkt z.B. bekannter machen möchten, kann es von Vorteil sein auch einige allgemeine Themengebiete bzw. Kategorien denen das Produkt zugehörig ist als Keyword aufzunehmen (Beispiel: Das Keyword “Schuhe” für High Heels). Wenn Profitabilität wichtiger ist, dann ist die Verwendung von Long-Tail Keywords sinnvoller.

Zur Erinnerung:

Long-Tail Keywords beinhalten mehrere Wörter und haben aufgrund ihrer Spezifikation meist ein geringes Suchvolumen, aber eine überdurchschnittlich hohe Conversion Rate und weniger Wettbewerb. 

Haben Sie vor der Keyword Recherche also Ihre Produktziele im Kopf. Mehr zu Zieldefinitionen für Amazon Werbeanzeigen lesen Sie in unserem Amazon PPC Guide

Tipp 3 - Lassen Sie Ihren Kopf rauchen

Wir empfehlen Ihnen zu Beginn ein eigenes Brainstorming zu tätigen. Dabei können Sie z.B. eine Mindmap (in digitaler Form bspw. mit einer App wie mindnode oder mit Whiteboard, Flipchart etc.) erstellen, indem Sie Ihr Produkt in die Mitte und alle Begriffe, die Ihnen zu diesem Produkt einfallen drumherum schreiben. Versuchen Sie dabei die Wörter aufzuschreiben, die Ihnen spontan in den Kopf kommen.

Mögliche Fragen für eine Mindmap
Mögliche Fragen für eine Mindmap

Sie können in diesem Schritt bereits Kollegen oder andere Personen mit ins Boot holen. Eine zweite oder dritte Person hat häufig weitere gebräuchliche Synonyme oder Begriffe im Kopf an die man selbst nicht dachte, da jeder Mensch einen anderen Sprachgebrauch hat. Nutzen Sie das und beziehen Sie weitere Personen in das Brainstorming ein.

Tipp 4 - Pflanzen Sie einen Baum 

Nachdem Sie das erste Brainstorming beendet haben, geht es um eine zielführende Dokumentation, Erweiterung und Zusammenführung der Begriffe.

Stellen Sie sich ein Keyword wie einen Baum vor. Es besteht aus einem Stamm und Blättern. Den Stamm bildet beim Keyword der “Kern” des Produktes, also “Oberbegriffe”, die das Produkt in einem oder zwei Wörtern definieren. Das können bei einem Schuh für Sport z.B. die Wörter “Fitnessschuhe”, “Turnschuhe”, “Sportschuhe” etc. sein. 

Die Blätter ergänzen den Stamm und sind für die Keyword Recherche und die Suchanfragen sehr wichtig. Bei den Ergänzungen kann es sich um die Zielgruppe (Damen, Männer, …), Farben, Größen, Material, Verwendungszweck etc. handeln. Nun gilt es den Keyword Stamm bzw. die Stämme mit den Blättern zu erweitern - und das in allen Varianten die möglich sind und die Sinn ergeben. Wir empfehlen das mithilfe einer Excel Tabelle oder Google Sheets zu tun. 

Übertragen Sie Ihre gesammelten Begriffe aus dem ersten Brainstorming in die Excel Datei und unterscheiden Sie dabei zwischen Stamm- und Blätter-Wörtern. Am Übersichtlichsten ist es, wenn Sie die Stamm-Wörter untereinander in eine Spalte und alle Blätter-Wörter in eine separate Spalte daneben schreiben. So können Sie alle erdenklichen Kombinationen der Wörter auf einen Blick erkennen. Gehen Sie in diesem Schritt noch einmal die Blätter-Wörter nach oben genannten Themen durch (Zielgruppe, Material, Farben, Größen, Verwendungszweck, …). Wenn Ihnen weitere Wörter einfallen, ergänzen Sie Ihre Excel Tabelle um diese.  

Tipp 5 - Verwenden Sie kleine Helferlein

Ihre Tabelle ist wahrscheinlich schon gut gefüllt. Da Amazon kein Suchvolumen veröffentlicht und - im Gegensatz zu Google über “Google Ads” - keinen Keyword-Planer anbietet, muss man andere Hilfsmittel verwenden, um zu überprüfen, ob im Brainstorming-Prozess wichtige Keywords vergessen wurden. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich wie man vielleicht denkt. Machen Sie den Test!

  • Wenn Sie bereits Produkte auf Amazon verkaufen und Ihre Amazon Keywords weiter optimieren möchten, schauen Sie unbedingt in die Suchbegriffberichte in Seller Central bzw. der Advertising Console (ehemals AMS). Dort sehen Sie für welche Suchbegriffe Ihre Produkte wie oft ausgespielt wurden und können Ihre Keywords entsprechend weiter verfeinern.
  • Schauen Sie sich z.B. größere Onlineshops an, die (ähnliche) Produkte verkaufen wie Sie und schauen Sie welchen Kategorien diese Produkte zugeordnet sind. Prüfen Sie außerdem die Produktbeschreibungen der Wettbewerbsprodukte - sind dort relevante Begriffe und Verwendungszwecke genannt, die Sie noch nicht in Ihre Tabelle geschrieben haben?   
  • Amazon hält das Suchvolumen auf seiner Plattform zwar unter Verschluss, doch im Frühjahr 2019 wurde “Brand Analytics” von Amazon veröffentlicht. Damit lassen sich Suchbegriffe nach Ihrer Suchhäufigkeit in einer Rangordnung sehen. Konkrete Zahlen werden nicht genannt, jedoch gibt die Rangordnung ein gutes Gefühl für die Beliebtheit von Produkten und Begriffen. Zudem sind die drei meistgekauften Produkte dem jeweiligen Suchbegriff zugeordnet. Auch, wenn sich, aufgrund des geringeren Suchvolumens, kaum Long-Tail Keywords dort finden: Reinschauen lohnt sich definitiv, zumal der Zugriff für Händler mit Brand-Registry kostenlos ist. Alles über Brand Analytics und was Sie damit genau tun können, lesen Sie hier

Hinweis für Vendoren:
Der Zugriff auf ARA Premium wird kostenfrei, wenn Sie Ihre Marke kostenlos bei Amazon registrieren lassen. 

Amazon Hinweis zu ARA Premium
Amazon Hinweis zu ARA Premium

  • Wenn Sie ein Google Ads Konto besitzen, können Sie mithilfe des oben erwähnten Keyword-Planers die monatlichen Suchanfragen (teilweise nur Richtwerte) Ihrer eingegebenen Keywords über Google sehen. Die Beliebtheit von Suchbegriffen bei Amazon und Google unterscheidet sich nicht sehr stark. 
  • Simpel aber effektiv: Googlen Sie einfach mal nach Synonymen Ihres Stamm-Keywords.
  • Nehmen Sie die Auto-Vervollständigung von Google und Amazon zu Hilfe. Tippen Sie Ihre Stamm-Keywords ein und sehen dann, welche Wörter dahinter vorgeschlagen werden. Diese werden bei Amazon absteigend nach Ihrer Suchhäufigkeit aufgelistet. So bekommen Sie einen Eindruck, welche Suchbegriffe von potenziellen Käufern verwendet werden. Tippen Sie nach einem Stamm-Keyword am besten die Buchstaben des Alphabets nacheinander ein und schauen Sie nach jedem Buchstaben, welche Begriffe angezeigt werden und für Sie relevant sind. 
  • Es gibt einige Tools mit denen Sie Näherungswerte des tatsächlichen Suchvolumens für Suchbegriffe auf Amazon bekommen. Dies sind z.B. helium10, Sistrix oder Amalyze. Diese sind allerdings kostenpflichtig, wenn alle Funktionen genutzt werden möchten. Andere Keyword Recherche Tools, wie keywordtool.io, greifen auf die Amazon Suchvorschläge zu und geben eine Liste der Auto-Suggests und Long-Tail Keywords zurück. Das ungefähr zugehörige Suchvolumen kann im kostenpflichtigen Account bei keywordtool.io auch mit angezeigt werden. Entscheiden Sie selbst, ob es für Sie sinnvoll ist sich einen kostenpflichtigen Account zu erstellen. Wenn Sie Ihre Zielgruppe und deren Suchverhalten gut kennen, genügt wahrscheinlich eine kostenlose Variante.
  • Machen Sie sich Ihre Wettbewerber zu Nutze, indem Sie eine “ASIN-Rückwärtssuche” starten. Das geht mit Tools wie helium10 oder Amalyze. Sie geben einfach die ASIN eines Wettbewerbsprodukts in eine Suchzeile ein und sie bekommen die Keywords angezeigt, die für dieses Produkt bei Amazon indexiert sind und sehen zusätzlich auf welchem Platz das Produkt rankt.
  • Prüfen Sie mit Tools wie helium10 oder Amalyze auch die Indexierung Ihrer eigenen Keywords. So sehen Sie durch welche Keywords sie von Kunden gefunden werden. Die Prüfung der Keyword Indexierung ist mit der Amalyze Chrome Extension kostenlos möglich!

Wenn bei den genannten Recherchemöglichkeiten weitere Keywords gefunden wurden, die Sie noch nicht aufgelistet haben, ergänzen Sie sie in Ihrer Tabelle.

Tipp 6 - Schauen Sie über den Tellerrand  

Nun geht es an den Feinschliff. Recherchieren Sie, ob es in anderen Landesregionen und angrenzenden Ländern unterschiedliche Begriffe für Ihre Produkte gibt. Denken Sie auch an typische Rechtschreibfehler oder an verschiedene Schreibweisen eines Wortes. Insbesondere bei längeren bzw. zusammengesetzten Wörtern, die entweder auseinander-, zusammen- oder mit Bindestrich geschrieben werden können. Wir empfehlen Ihnen bei solchen Wörtern einen Bindestrich zu verwenden, da Amazon Ihr Keyword dann sowohl für beide Wörter auseinandergeschrieben als auch für den zusammengeschriebenen Suchbegriff berücksichtigt.

Beispiel:

Das Keyword “Fitness-Schuhe” wird sowohl für die Suchbegriffe “Fitness Schuhe” als auch “Fitnessschuhe” berücksichtigt. Außerdem auch für “Fitness” und “Schuhe”.

Tipp 7 - Setzen Sie das “i-Tüpfelchen”

Sie sollten nun eine Sammlung von Keywords erstellt haben, die alle möglichen und relevanten Suchbegriffe von potenziellen Kunden beinhaltet. 

Grundsätzlich ist es zunächst besser viele als zu wenige Keywords gesammelt zu haben. In der Praxis sind im Durchschnitt allerdings nur ca. 7% der Keywords für den gesamten Umsatz eines Produktes verantwortlich. Da man diese jedoch erst nach dem Verkaufsstart eines Produktes identifizieren kann, gilt es erst einmal eine Fülle (ca. 300) an vermeintlich relevanten Keywords zu verwenden.

Betrachten Sie Ihre zusammengetragenen Keywords und prüfen Sie, ob Sie die wichtigsten Keywords in Ihrem Titel und den Attributen verwendet haben. So wird Ihr Produkt von dem Amazon Algorithmus als relevanter für eine entsprechende Suchanfrage bewertet. Vergessen Sie außerdem nicht Ihre Keywords als Backend Keywords einzupflegen. 

Seien Sie sich darüber bewusst, dass Stamm-Keywords wie “Fitnessschuhe” und allgemeine Begriffe wie “Schuhe” zwar ein höheres Suchvolumen haben als Long-Tail Keywords, letztere aber meist eine höhere Conversion Rate besitzen, da bei dem potenziellen Käufer eine konkrete Vorstellung seines Produktes suggeriert werden kann.  

Sobald Ihre Werbeanzeigen ausgespielt werden, prüfen Sie - wie oben bereits erwähnt - regelmäßig Ihre Suchbegriffe in Seller Central bzw. in der Advertising Console (ehemals AMS)! Dort sehen Sie für welche Suchbegriffe Ihre Produkte ausgespielt wurden. Die relevanten Suchbegriffe mit hoher Ausspielung und guten Klickzahlen sollten Sie als exakte Keywords überführen und in der breiten Kampagne “negativ exakt” setzen. So können Sie diese Keywords mit eigenen Geboten besser steuern. Mit einer Software zur PPC Automatisierung wird dieser Vorgang teilweise automatisiert durchgeführt. Das Management Ihrer Amazon Keywords ist mindestens genauso wichtig, wie die vorherige Amazon Keyword Recherche. Wie Sie Ihr Keyword Management am besten gestalten, lesen Sie in unserem Amazon PPC Guide Teil 3.  

Wenn Sie Fragen zur Keyword Recherche haben oder sich für eine professionelle Keyword Recherche durch uns interessieren, sprechen Sie uns gerne an. Am einfachsten ist das per Mail an hello@bidx.xyz.

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